Indien

Rang 132
Ranking of Happiness
Zum Vergleich:
Rang 4
in der Schweiz
Rang 132
Human Development Index
Zum Vergleich:
Rang 1
in der Schweiz
Rang 85
Internationaler Korruptionsindex
Zum Vergleich:
Rang 7
in der Schweiz

Zahlen & Fakten

Menschenrechtslage

Gesetze und politische Massnahmen, die ohne angemessene Konsultation der Öffentlichkeit und des Parlaments verabschiedet wurden, untergruben die Rechte von Menschenrechtsverteidiger*innen und religiösen Minderheiten. Die Regierung ging gezielt und brutal gegen bestimmte religiöse Minderheiten vor. Regelmässig riefen politische Führungspersönlichkeiten und Staatsbedienstete ausdrücklich zu Hass gegen diese Minderheiten auf und gingen dabei straffrei aus. Häuser und Geschäfte muslimischer Familien wurden rechtswidrig demoliert, ohne dass jemand zur Rechenschaft gezogen wurde. Friedliche Demonstrierende, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzten, wurden als Gefahr für die öffentliche Ordnung dargestellt und dementsprechend behandelt. Repressive Gesetze, einschliesslich der Antiterrorgesetze, wurden routinemässig angewendet, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen. Die Behörden setzten digitale Technologien ein, um Menschenrechtsverteidiger*innen einzuschüchtern, u. a. in Form von rechtswidrigen Überwachungsmassnahmen. Adivasi und marginalisierte Gemeinschaften wie die Dalits waren weiterhin Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. (Stand 2022)

Hier gehts zum vollständigen Amnesty International Bericht zu Indien.

Reisen in Länder, in denen die Menschenrechte missachtet werden, in denen Diktatoren oder Autokraten herrschen, können aus vielen Gründen boykottiert werden. Doch oft leiden dann die Einwohner*innen nicht nur unter dem herrschenden Regime, sondern auch durch den Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus. Zudem können Tourist*innen Information in und aus dem Land bringen, was für gewisse Länder enorm wichtig ist. Zentral ist jedoch, sich vor der Reise mit der Politik, Kultur und dem System im Land auseinander zu setzen!

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Umwelt

Die Ufer links und rechts des Manjara-Flusses im Latur-Distrikt von Maharashtra sind mit meterhohem Zuckerrohr bestanden. Das Grün
der Blätter, der Fluss und die landwirtschaftlichen Aktivitäten vermitteln den Eindruck von ländlichem Wohlstand. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch wahr. Aber im Gespräch mit Gopal Patil zeigt sich auch eine andere Realität. Patil ist ein Kleinbauer. Er und seine Familie leben von der Feldarbeit. Patil besitzt einen Viertel Hektar Land und ist permanent verschuldet. Kein Geld, um seine Söhne zur Schule zu schicken. «Die Landwirtschaft ist zu riskant», klagt Patil. «Beim Saatgut sind wir von mächtigen Konzernen abhängig, beim Dünger können wir nur beten, dass die Regierung die Preise niedrig hält, und beim Wasser sind wir auf Gottes Gnade angewiesen, und auf die des hiesigen Grossbauern, der die Bewässerungskanäle kontrolliert.»

Noch immer arbeitet fast die Hälfte der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. Doch die Landflucht hält an. Trotz höherer Geburtenraten auf dem Land wächst die städtische Bevölkerung schneller als die ländliche. 1950 lebten erst 17 Prozent der Bevölkerung in Städten. Heute sind es fast 35 Prozent.

Ein weiterer grosser «Killer« ist die Luftverschmutzung. Nach einer Studie zur Krankheitslast in den verschiedenen indischen Bundesstaaten gingen 2017 etwa 12,5 Prozent aller Todesfälle in Indien auf Schadstoffe in der Luft zurück. Kinder sind von Erkrankungen der Atemwege besonders betroffen. Laut Weltgesundheitsorganisation liegen die meisten Städte mit der grössten Luftverschmutzung der Welt in Indien. Darunter auch Agra, wo im November 2019 Luftreiniger in der Nähe des Taj Mahals aufgestellt wurden, um den weissen Marmor von Indiens touristischem Wahrzeichen zu schützen.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Indien verstehen»

Religion & Sprache

Religion

In Indien bestimmt die Religion den Alltag, und auf den ersten Blick wirkt alles unbeschwert, bunt und lebendig. Doch unter der Oberfläche steigen die Spannungen, seit die Hindu Nationalpartei BJP 2014 die Wahl gewonnen hat. Indien ist ein multireligiöses Land, und das Verhältnis der Glaubensgemeinschaften zueinander ist kompliziert: Während die einen Toleranz und Respekt gegenüber allem Leben predigen, schüren andere Fanatismus.

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Kultur & Ernährung

Kultur

In Indien leben 698 Ethnien, die amtlich als »Scheduled Tribes« registriert sind. Sie selbst bezeichnen sich lieber als Adivasi, um ihren Anspruch als ursprüngliche Bewohnende zu unterstreichen. Mit einem Bevölkerungsanteil von 8,6 Prozent zählen sie nach offziellen Angaben rund 105 Millionen Menschen. Die grössten Gesellschaften wie Bhil, Gond und Santal sind mehrere Millionen Menschen stark. Wildbeuter wie die Jarawa und Onge auf den Andamaneninseln zählen dagegen nur wenige Hundert Personen und sind vom Aussterben bedroht.

Die indische Faszination für Cricket stammt aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft.
Da gab es diesen Wunsch, die Brit*innen in irgendetwas schlagen zu können. Im indischen Filmklassiker »Lagaan« ging dieser Wunsch in Erfüllung. Im echten Sportleben auch, aber die Engländer*innen spielen jetzt lieber Fussball. Um das Spiel mit Racket und Wicket fernsehtauglich zu machen, wurde seine Spieldauer von mehreren Tagen auf wenige Stunden verkürzt. Cricketspieler*innen wie Sanchin Tendulkar sind Nationalhelden.

Ernährung

Jedes indische Mahl beginnt mit der Zubereitung einer Gewürzmischung, Masala genannt. Abgesehen von den Standardgewürzen Pfeffer,
Kreuzkümmel und Salz nutzen Indiens Köch*innen eine grosse Zahl bekannter und unbekannter Pflanzenstolle, um Würze ins Essen und ins Leben zu bringen. Viele Gewürze werden auch ihrer medizinischen Wirkung wegen geschätzt, etwa Ingwer, Knoblauch oder Gelbwurz. Gewürze lockten einst Abenteurer und Geschäftemacher aus allen Teilen der Welt an unsere Küsten. Diese Faszination hält bis heute an.

Die indische Küche wird auf der ganzen Welt wegen ihrer Vielfalt hoch geschätzt, insbesondere von Vegetarier*innen. Gegessen wird mit der rechten Hand, die linke gilt als unrein. Die hygienischen Standards entsprechen nur selten jenen in Europa. Rohes Gemüse, ungeschältes Obst und Salate möglichst meiden. Alles Gekochte, auch heisser Tee, ist recht unbedenklich. Auch Trinkwasser sollte abgekocht und/oder gefiltert sein.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Indien verstehen»

Do’s & Dont’s

Do’s:

  1. In Restaurants und Bars sind zehn Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld üblich.
  2. Bei Taxifahrten ist es ratsam, den Preis vor Fahrtantritt auszuhandeln.

Dont’s: 

  1. Vor dem Betreten von Tempeln und Privathäusern die Schuhe ablegen.
  2. Inder*innen sind stolz auf ihre alte Kultur und empfinden Kritik von Fremden als beleidigend. Dennoch finden sich innerhalb des Landes viele wache Geister, die Missstände deutlich anprangern.

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Angebote & Anbieter

Voilà – Angebote unseres Partners FairWeg, der Unterkünfte nach zwölf Nachhaltigkeitskriterien auswählt. Darunter einige grosse Häuser, denn sie können sich eine Zertifizierung leisten. Darum suchen wir kleine, leidenschaftlich nachhaltige Anbieter*innen – bitte melden.

Berichte zu Indien

Mobilität

An- und Abreise

Fliegen belastet das Klima stärker als jede andere Art des Reisens. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen Schadstoffe, unter anderem Kohlendioxid (CO2). Dieses trägt massgeblich zur globalen Erwärmung bei.

Flug Zürich - Indra Gandhi Int. Airport (Neu-Delhi): CO2-Ausstoss in kg
Emissionen pro Passagier auf einem Hin- und Rückflug
3840 kg CO2
Betrieb eines Kühlschranks für ein Jahr, durchschnittlicher Strommix
100 kg CO2
Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km)
2000 kg CO2
Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen
2300 kg CO2

Fortbewegung im Inland

Es herrscht Linksverkehr. Fernstrassen, Bahn und Busnetz sind gut ausgebaut. Für längere Strecken empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung. Für Inhaber*innen eines ausländischen Reisepasses gibt es bei der Bahn auf einigen Strecken eigens reservierte Sitzplätze, die
vorab gebucht werden müssen. (Mehr bei »tourist quota«).

Klimakompensation

Auf dem Treibhausgasrechner des fairunterwegs-Mitglieds myclimate kannst du die klimaschädlichen Emissionen deiner nächsten Reise berechnen und gleich in ein Klimaschutzprojekt investieren. Welche Projekte du mit deinem Beitrag unterstützt, erfährst du auf der myclimate-Webseite. Hintergrundinformationen zu Klimakompensation findest du im fairunterwegs-ABC.

Einstimmen

Beschreibung und Quellennachweis

Human Development Index

Der IHDI kombiniert die durchschnittlichen Errungenschaften eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen mit der Verteilung dieser Errungenschaften auf die Bevölkerung des Landes, indem der Durchschnittswert jeder Dimension entsprechend dem Grad der Ungleichheit "abgezinst" wird. Somit ist der IHDI ein verteilungsabhängiges Durchschnittsniveau der menschlichen Entwicklung.


Zwei Länder mit unterschiedlichen Verteilungen der Errungenschaften können den gleichen durchschnittlichen HDI-Wert haben. Unter perfekter Gleichheit ist der IHDI gleich dem HDI, fällt aber unter den HDI, wenn die Ungleichheit zunimmt.

Human Development Report

Internationaler Korruptionsindex

Der Internationaler Korruptionsindex, kurz CPI, bewertet und stuft Länder danach ein, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes von ExpertInnen und Geschäftsleuten wahrgenommen wird. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, eine Kombination aus 13 Umfragen und Einschätzungen zur Korruption, die von einer Vielzahl renommierter Institutionen erhoben wurden. Der CPI ist der weltweit am häufigsten verwendete Indikator für Korruption.

Die Punktzahl eines Landes gibt den wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0-100 an, wobei 0 bedeutet, dass ein Land als hochgradig korrupt wahrgenommen wird, und 100, dass ein Land als nicht korrupt wahrgenommen wird. 

Transparency International

Ranking of Happiness

Der World Happiness Report (etwa „Welt-Glücks-Bericht“) ist ein jährlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Darin beschreiben ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaften wie Wirtschaft, Psychologie, Umfrageanalyse und Statistik, wie das Messen des Wohlbefindens effektiv genutzt werden kann, um den Fortschritt von Nationen zu erfassen.

World Happiness Report