Kolumbien

Rang 66
Ranking of Happiness
Zum Vergleich:
Rang 4
in der Schweiz
Rang 88
Human Development Index
Zum Vergleich:
Rang 1
in der Schweiz
Rang 91
Internationaler Korruptionsindex
Zum Vergleich:
Rang 7
in der Schweiz

Zahlen & Fakten

Menschenrechtslage

Menschenrechtsverteidiger*innen waren wegen ihrer Arbeit nach wie vor Angriffen, Drohungen und Schikanen ausgesetzt. Besonders gefährdet waren diejenigen, die sich für Land- und Territorialrechte sowie für Umweltschutz einsetzten. Ehemalige Kämpfer*innen der Guerillagruppe Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejercito del Pueblo (FARC-EP) wurden auch 2022 bedroht und mehrere getötet. Angriffe auf Medienschaffende und Medienunternehmen hielten an und bedrohten das Recht auf freie Meinungsäusserung. Berichten zufolge wandten Ordnungskräfte übermässige und unnötige Gewalt an. Indigenensprecher*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen wurden angegriffen und getötet. In Gebieten, in denen weiterhin bewaffnete Gruppen aktiv waren, wurden indigene und afrokolumbianische Gemeinschaften vertrieben, was in einigen Fällen zu humanitären Notlagen führte. Der Abschlussbericht der Wahrheitskommission bestätigte, dass während des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts (1964–2016) die reproduktiven Rechte von Frauen verletzt wurden. (Stand 2022)

Hier gehts zum vollständigen Amnesty International Bericht zu Kolumbien.

Reisen in Länder, in denen die Menschenrechte missachtet werden, in denen Diktatoren oder Autokraten herrschen, können aus vielen Gründen boykottiert werden. Doch oft leiden dann die Einwohner*innen nicht nur unter dem herrschenden Regime, sondern auch durch den Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus. Zudem können Tourist*innen Information in und aus dem Land bringen, was für gewisse Länder enorm wichtig ist. Zentral ist jedoch, sich vor der Reise mit der Politik, Kultur und dem System im Land auseinander zu setzen!

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Umwelt

Kolumbien und Kaffee sind fast Synonyme: In 500 der 1.122 Gemeinden des Landes wird Kaffee produziert, auf insgesamt 950.000 Hektar. Das ist zweieinhalb Mal die Fläche Mallorcas. Von 14,3 Millionen Säcken (à 60 kg) werden 13,3 Millionen exportiert.

El Palmar und San Antonio liegen im Südwesten Kolumbiens. 500 Familien afrikanischen Ursprungs hatten die Region vor 35 Jahren für die Landwirtschaft erschlossen. Vor etwa zehn Jahren veränderte sich ihr Leben rapide, als jemand Gold fand und die Nachricht sich wie ein Lauffeuer ausbreitete. Die Bevölkerung wuchs in weniger als fünf Jahren um das Zehnfache. Lebensqualität ging verloren. Anbauflächen wurden
zerstört, das Grundwasser verseucht. Trinkwasser gibt es nur noch aus Zisternen. Für jedes Kilo Gold, das geschürt wird, gelangt etwa 1,2 Kilogramm Quecksilber in die Umwelt. Auch die Gewaltkriminalität stieg.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Kolumbien verstehen»

Kultur & Ernährung

Kultur:

Quibdó ist die Hauptstadt der Region Chocó, Hochburg der schwarzen Kultur, seit rebellische Sklaven Anhang des 18. Jahrhunderts hierher flüchteten. Der Chocó ist eingeklemmt zwischen Anden und Pazifik. Er ist aber auch ein Naturparadies: Weil es hier so viel regnet wie nur in wenigen anderen Weltgegenden, bedeckt dichter Dschungel das Land. In ihm leben besonders viele Tier- und Pflanzenarten. Strassen, Schulen oder Krankenhäuser sind nicht so zahlreich. 59 Prozent der Menschen sind arm.

Ernährung:

Kolumbien weist eine vielfältige Küche auf, die Rezepte sind stark regional geprägt. Typisch im Hochland sind Eintöpfe, an der Küste und  an den Flüssen werden Fische und Meeres­früchte serviert, oft gibt es gebratene, flach geklopfte Scheiben der Kochbanane dazu («patacones»), die auch ein begehrtes und gesundes Fastfood sind, ebenso wie die gefüllten Teigtaschen «empanadas».

Wer in Kolumbien gerne gut, frisch und reichlich essen möchte, der sollte die sehr beliebten Märkte aufsuchen. Dort gibt es Mittagstische oder «lange Tische», wie man sie hier nennt. Frischer geht es nicht. Übriggebliebenes wird weder eingefroren noch in den Kühlschrank gestellt und dann wieder aufgewärmt. Gekocht wird nur für diese eine Mahlzeit, und wenn etwas übrig bleibt, wird es an Bedürftige verschenkt.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Kolumbien verstehen»

Do’s & Dont’s

Do’s:

  1. Falls es zu heiss wird, eine halb reife Mango mit Salz von Strassenhändlern probieren. Wirkt super gegen Durst.
  2. Immer einen «tinto», Espresso, trinken. Es grenzt an Unhöflichkeit, ihn abzulehnen.

Dont’s:

  1. Militär ist noch sehr präsent und darf nicht ungefragt fotografiert werden, will man sich keinen Ärger einhandeln.
  2. Drogen (besonders Pablo Escobar) und politische Statements sind keine guten Gesprächsthemen für den Smalltalk.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Kolumbien verstehen»

 

Angebote & Anbieter

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Berichte zu Kolumbien

Mobilität

An- und Abreise

Fliegen belastet das Klima stärker als jede andere Art des Reisens. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen Schadstoffe, unter anderem Kohlendioxid (CO2). Dieses trägt massgeblich zur globalen Erwärmung bei.

Flug Zürich - Bogota: CO2-Ausstoss in kg
Emissionen pro Passagier auf einem Hin- und Rückflug
5871 kg CO2
Betrieb eines Kühlschranks für ein Jahr, durchschnittlicher Strommix
100 kg CO2
Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km)
2000 kg CO2
Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen
2300 kg CO2

Fortbewegung im Inland

Das Busnetz ist gut ausgebaut, aber nicht immer luxuriös. Während zwischen grossen Städten die «fotas» unterwegs sind – klimatisierte Überlandbusse – werden auf dem Land die «chivas» (altmodische, bemalte Lkws) oder ein «colectivo» (Sammeltaxi) eingesetzt. Das fährt los, wenn sich genügend Fahrgäste gefunden haben. Die gelben Taxis zu nutzen ist nicht teuer. Die Regeln sind unterschiedlich: Manche fahren mit Taxameter, bei anderen handelt man den Preis vor der Fahrt aus.

Klimakompensation

Auf dem Treibhausgasrechner des fairunterwegs-Mitglieds myclimate kannst du die klimaschädlichen Emissionen deiner nächsten Reise berechnen und gleich in ein Klimaschutzprojekt investieren. Welche Projekte du mit deinem Beitrag unterstützt, erfährst du auf der myclimate-Webseite. Hintergrundinformationen zu Klimakompensation findest du im fairunterwegs-ABC.

Einstimmen

Beschreibung und Quellennachweis

Human Development Index

Der IHDI kombiniert die durchschnittlichen Errungenschaften eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen mit der Verteilung dieser Errungenschaften auf die Bevölkerung des Landes, indem der Durchschnittswert jeder Dimension entsprechend dem Grad der Ungleichheit "abgezinst" wird. Somit ist der IHDI ein verteilungsabhängiges Durchschnittsniveau der menschlichen Entwicklung.


Zwei Länder mit unterschiedlichen Verteilungen der Errungenschaften können den gleichen durchschnittlichen HDI-Wert haben. Unter perfekter Gleichheit ist der IHDI gleich dem HDI, fällt aber unter den HDI, wenn die Ungleichheit zunimmt.

Human Development Report

Internationaler Korruptionsindex

Der Internationaler Korruptionsindex, kurz CPI, bewertet und stuft Länder danach ein, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes von ExpertInnen und Geschäftsleuten wahrgenommen wird. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, eine Kombination aus 13 Umfragen und Einschätzungen zur Korruption, die von einer Vielzahl renommierter Institutionen erhoben wurden. Der CPI ist der weltweit am häufigsten verwendete Indikator für Korruption.

Die Punktzahl eines Landes gibt den wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0-100 an, wobei 0 bedeutet, dass ein Land als hochgradig korrupt wahrgenommen wird, und 100, dass ein Land als nicht korrupt wahrgenommen wird. 

Transparency International

Ranking of Happiness

Der World Happiness Report (etwa „Welt-Glücks-Bericht“) ist ein jährlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Darin beschreiben ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaften wie Wirtschaft, Psychologie, Umfrageanalyse und Statistik, wie das Messen des Wohlbefindens effektiv genutzt werden kann, um den Fortschritt von Nationen zu erfassen.

World Happiness Report