Namibia

Rang 120
Ranking of Happiness
Zum Vergleich:
Rang 4
in der Schweiz
Rang 139
Human Development Index
Zum Vergleich:
Rang 1
in der Schweiz
Rang 59
Internationaler Korruptionsindex
Zum Vergleich:
Rang 7
in der Schweiz

Zahlen & Fakten

Menschenrechtslage

Die Polizei setzte wiederholt unverhältnismässige Gewalt ein. Vor dem Hintergrund der Coronabeschränkungen wurden vermehrt Personen über lange und unbefristete Zeiträume hinweg in Untersuchungshaft genommen. Geschlechtsspezifische Gewalt war weiterhin an der Tagesordnung, und LGBTQIA* wurden diskriminiert. Es herrschte ein Mangel an Covid-19-Impfstoffen. Die Erschliessung von Öl- und Gasvorkommen bedrohte die Umwelt und die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften. Eine Kommission empfahl der Regierung den Erlass von Rechtsvorschriften zum Schutz der Landrechte für traditionelle Siedlungsgebiete. Der Präsident war in Korruptionsvorwürfe verwickelt. (Stand 2021)

Hier gehts zum vollständigen Amnesty International Bericht zu Namibia.

Reisen in Länder, in denen die Menschenrechte missachtet werden, in denen Diktatoren oder Autokraten herrschen, können aus vielen Gründen boykottiert werden. Doch oft leiden dann die Einwohner*innen nicht nur unter dem herrschenden Regime, sondern auch durch den Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus. Zudem können Tourist*innen Information in und aus dem Land bringen, was für gewisse Länder enorm wichtig ist. Zentral ist jedoch, sich vor der Reise mit der Politik, Kultur und dem System im Land auseinander zu setzen!

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Umwelt

Nami­bia ist eines der trockensten Länder der Erde. In den 1980er Jahren litt das Land unter extremer Wilderei. Elefanten und Nashörner waren so gut wie ausgerottet. Damals gehörten Wildtiere dem Staat. Nach der Unabhängigkeit beschloss die SWAPO­-Regie­rung einen neuen Weg, die Wilderei zu bekämpfen. 1996 wurde ein bahn­brechendes Gesetz erlassen: Den Gemeinden wurde darin erlaubt, Wildtiere zu besitzen und auch von ihnen zu profitieren. Mit Erfolg: Innerhalb von nur zwei Jahren wurde die kommerzielle Wilderei komplett gestoppt. Heute gibt es in Namibia 82 registrierte «Conservancies», also kommunale Hegegebiete. Heute leben in Namibia etwa dreimal so viele Nashörner wie in den 1980er Jahren. Die Zahl der Elefanten stieg zwischen 1995 und 2017 von 7.500 auf etwa 22.800. Und Namibia ist das einzige Land der Erde mit einer wachsenden Löwenpopulation ausserhalb von Natio­nalparks: Heute zählt das Land zwischen 600 und 800 der Raubkatzen auf kommunalem Land.

Durch die Zusammenlegung von 36 Parks und Wildreservaten in den fünf Ländern Namibia, Bots­wana, Sambia, Simbabwe sowie Angola und den Abriss von Zäunen entstand das zweitgrösste grenzüberschreitende Schutzgebiet der Erde. Der Park misst mehr als 444.000 Quadratkilo­meter und ist damit grösser als Deutschland.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Namibia verstehen»

Religion & Sprache

Religion

In Namibia gehören 90% der Menschen dem christlichen Glauben an. Die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf diverse indigene Religionen.

Mehr zum Christentum erfährst du im SympathieMagazin «Christentum verstehen»

Sprache

Amtssprache ist Englisch. Gesprochen werden ausserdem Afrikaans, Oshivambo, Kwanyama, Ndonga, Rukwangali, OshiHerero, SiLozi und Khoekhoegowab. Innerhalb der drei grossen Sprachgruppen (Bantu, Khoisan, indogermanische Sprachen) werden mehr als 30 Einzelsprachen und Dialekte gesprochen.

Die meisten Namibier*innen spre­chen als Zweitsprache Afrikaans. Deutsch ist die Muttersprache von etwa einem Prozent der Bevölkerung.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Namibia verstehen»

Kultur & Ernährung

Kultur

Namibia ist fast zweieinhalbmal so gross wie Deutschland und mit einer Bevölkerung von nur 2,3 Millionen Menschen ein riesiger, extrem dünn besiedelter Staat. Namibias Bevölkerung ist aussergewöhnlich heterogen. Mehr als ein Dutzend verschiedene Ethnien leben im Land. Das hat damit zu tun, dass über die Jahrhunderte immer wieder Völker aus den verschiedensten Teilen Afrikas in den Süden des Kontinents einwanderten.

Die jungen Namibier*innen wollen ihr Land gestalten. Die Stimmung ist von Elan und einem neuen Selbstbewusstsein geprägt. In den fast 30 Jahren staatlicher Unabhängigkeit hat sich das Land politisch und wirtschaftlich stabil entwickelt. Seine Verfassung gilt weltweit als eine der freiesten und liberalsten. Sie schreibt die Men­schenrechte fest, sie garantiert Gewaltenteilung, eine pluralistische Politik und freie Meinungs­äusserung. Sozialleistungen für Alte und Aidswaisen haben geholfen, die grösste Armut zu bekämpfen. Der Tourismus boomt. Namibia ist heute ein buntes Miteinander, ein internationaler Kulturmix, insbesondere seine Hauptstadt Windhoek – jung, bunt und modern. Zudem wurden in den Jahren nach der Unabhängigkeit zahlreiche Gesetze verabschiedet, die Frauen den gleichen Status verleihen wie Männern – im Haushalt, in der Ehe und am Arbeitsplatz.  Als Folge findet man mittlerweile tatsächlich viele starke Frauen in hohen Positionen in Politik und Wirtschaft. 36 Prozent aller Arbeitgeber in unserem Land sind Frauen. 2015 waren im öffentlichen Dienst 61 Prozent aller Beamten und höherer Beamten Frauen.

Ernährung

Lange stand Namibias Küche still. Auf den Speisekarten trafen traditio­nelle deutsche Speisen wie Kassler, Eisbein und Schweineschnitzel auf Wildgerichte. Doch seit einiger Zeit kommt Bewegung in die na­mibische Küche. Wer sich dieser Tage durch Windhoeks Restaurants kostet, der entdeckt, dass das karge Namibia kulinarisch eine Schatz­kammer ist. Das liegt daran, dass immer mehr Köche frische einhei­mische Zutaten verwenden: grünen Spargel aus Swakopmund, frische Austern aus Walfish Bay und N’abbas oder Kalahari-Trüffel. Bei den Locals kommt meist einfaches Essen auf den Tisch. Weitverbreitet  ist «Millipap», eine aus Maismehl hergestellte Art Polenta. In Namibia wird auch leidenschaftlich gegrillt. Zu einem guten »Braai« (Afrikaans = Braten) gehören mit Koriander gewürzte Burenwurst, Lammfeisch, Schwein oder Rind – bei Besserverdienenden oft auch Wildfleisch wie Springbock, Kudu, Oryx, Eland und Strauss.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Namibia verstehen»

Do’s & Dont’s

Do’s

  1. Lachen mit Lachen erwidern – dann freut sich auch das Gegenüber.
  2. Mit einem Buschmann in die Wüste gehen. Dort lernt man jede Menge Nützliches über die Natur.
  3. Schwarzwälder Kirschtorte essen. Ja genau, Kirschtorte! Zum Beispiel in den Cafés in Swakopmund.

Dont’s

  1. Herero und Nama nicht im ers­ten Gespräch auf die deutsche Vergangenheit ansprechen.
  2. Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten– Namibia zählt zu den Ländern mit den meisten Verkehrstoten weltweit.
  3. Keine neuen Autospuren in der Wüste machen – die Sukkulen­ten brauchen bis zu 100 Jahre, um nachzuwachsen.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Namibia verstehen»

Angebote & Anbieter

Voilà – Angebote unseres Partners FairWeg, der Unterkünfte nach zwölf Nachhaltigkeitskriterien auswählt. Darunter einige grosse Häuser, denn sie können sich eine Zertifizierung leisten. Darum suchen wir kleine, leidenschaftlich nachhaltige Anbieter*innen – bitte melden.

Berichte zu Namibia

Mobilität

An- und Abreise

Fliegen belastet das Klima stärker als jede andere Art des Reisens. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen Schadstoffe, unter anderem Kohlendioxid (CO2). Dieses trägt massgeblich zur globalen Erwärmung bei.

Flug Zürich - Windhoek: CO2-Ausstoss in kg
Emissionen pro Passagier auf einem Hin- und Rückflug
4890 kg CO2
Betrieb eines Kühlschranks für ein Jahr, durchschnittlicher Strommix
100 kg CO2
Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km)
2000 kg CO2
Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen
2300 kg CO2

Fortbewegung im Inland

Auf Privatgelände (Farmen) kann man nach Rücksprache mit dem Farmer campen, in den Naturschutzgebieten nur an ausgewiesenen Plätzen. In den »Conservancies« fragt man den örtlichen »Chief« um Erlaubnis. Ansonsten ist Camping generell gestattet.

Klimakompensation

Auf dem Treibhausgasrechner des fairunterwegs-Mitglieds myclimate kannst du die klimaschädlichen Emissionen deiner nächsten Reise berechnen und gleich in ein Klimaschutzprojekt investieren. Welche Projekte du mit deinem Beitrag unterstützt, erfährst du auf der myclimate-Webseite. Hintergrundinformationen zu Klimakompensation findest du im fairunterwegs-ABC.

Einstimmen

Beschreibung und Quellennachweis

Human Development Index

Der IHDI kombiniert die durchschnittlichen Errungenschaften eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen mit der Verteilung dieser Errungenschaften auf die Bevölkerung des Landes, indem der Durchschnittswert jeder Dimension entsprechend dem Grad der Ungleichheit "abgezinst" wird. Somit ist der IHDI ein verteilungsabhängiges Durchschnittsniveau der menschlichen Entwicklung.


Zwei Länder mit unterschiedlichen Verteilungen der Errungenschaften können den gleichen durchschnittlichen HDI-Wert haben. Unter perfekter Gleichheit ist der IHDI gleich dem HDI, fällt aber unter den HDI, wenn die Ungleichheit zunimmt.

Human Development Report

Internationaler Korruptionsindex

Der Internationaler Korruptionsindex, kurz CPI, bewertet und stuft Länder danach ein, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes von ExpertInnen und Geschäftsleuten wahrgenommen wird. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, eine Kombination aus 13 Umfragen und Einschätzungen zur Korruption, die von einer Vielzahl renommierter Institutionen erhoben wurden. Der CPI ist der weltweit am häufigsten verwendete Indikator für Korruption.

Die Punktzahl eines Landes gibt den wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0-100 an, wobei 0 bedeutet, dass ein Land als hochgradig korrupt wahrgenommen wird, und 100, dass ein Land als nicht korrupt wahrgenommen wird. 

Transparency International

Ranking of Happiness

Der World Happiness Report (etwa „Welt-Glücks-Bericht“) ist ein jährlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Darin beschreiben ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaften wie Wirtschaft, Psychologie, Umfrageanalyse und Statistik, wie das Messen des Wohlbefindens effektiv genutzt werden kann, um den Fortschritt von Nationen zu erfassen.

World Happiness Report