Thailand

Rang 61
Ranking of Happiness
Zum Vergleich:
Rang 4
in der Schweiz
Rang 66
Human Development Index
Zum Vergleich:
Rang 1
in der Schweiz
Rang 101
Internationaler Korruptionsindex
Zum Vergleich:
Rang 7
in der Schweiz

Zahlen & Fakten

Menschenrechtslage

Aktivist*innen, Journalist*innen, Politiker*innen, Menschenrechtsanwält*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen wurden wegen der friedlichen Äusserung von Ansichten über die Regierung und die Monarchie festgenommen, inhaftiert und strafrechtlich verfolgt. Die Regierung hielt die systematische und willkürliche Einschränkung der Menschenrechte, einschliesslich der Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, weiterhin aufrecht. Das Versprechen, ein Gesetz zum Verbot von Folter und Verschwindenlassen zu verabschieden, wurde nicht eingelöst. Flüchtlingen und Asylsuchenden wurde auch weiterhin ein offizieller Rechtsstatus verweigert, so dass sie der Gefahr von Festnahme, Inhaftierung und Abschiebung ausgesetzt waren. (Stand 2018)

Hier gehts zum vollständigen Amnesty International Bericht zu Thailand.

Reisen in Länder, in denen die Menschenrechte missachtet werden, in denen Diktatoren oder Autokraten herrschen, können aus vielen Gründen boykottiert werden. Doch oft leiden dann die Einwohner*innen nicht nur unter dem herrschenden Regime, sondern auch durch den Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus. Zudem können Tourist*innen Information in und aus dem Land bringen, was für gewisse Länder enorm wichtig ist. Zentral ist jedoch, sich vor der Reise mit der Politik, Kultur und dem System im Land auseinander zu setzen!

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Umwelt

Der «Mae Nam Chao Praya» bildet mit einem Einzugsgebiet von 178.000 Quadratkilometern das grösste und bedeutendste Flusssystem des Landes. Der Chao Praya bewässert die Reisfelder und kanalisiert die Wassermassen des Monsuns. Sein Wasser versorgt rund 2,5 Millionen Hektar Ackerland und macht die Zentralebene zur Kornkammer des Landes. Der Chao Praya ist nicht nur die Lebensader, sondern auch der Hauptabwasserkanal Thailands. Rund 10.000 Betriebe der Zucker-, Fisch-, Konserven-, Getränke-, Papier-, Leder- und Metallindustrie leiten ihre ungeklärten Abwässer – Düngemittel, Pestizide, Industrieabfälle in den Fluss. Südlich der Hauptstadt ist die «Verehrte Mutter Wasser» biologisch tot.

In der Wildnis des  Khao-Sam-Roi-Yot-Nationalpark ist die wahrscheinlich letzte und einzige Population der Fischkatze zu Hause. In den höheren Lagen lebt die seltene Serow-Antilope. Bis vor nicht allzu langer Zeit war Khao Sam Roi Yot mit den ausgedehnten Regenwäldern im Westen der Halbinsel verbunden, die sich bis in den Tenasserim-Distrikt von Myanmar ausdehnen. Heute ist es ein Reservat. Seine Isolation verdeutlicht, wie die Natur in Thailand immer weiter zurückgedrängt wird. Die Serow-Antilopen zählen nur noch rund drei Dutzend. Auch die Fischkatzen fristen ein prekäres Dasein, eingekesselt von Strassen und Aquakulturen, ständig verfolgt von frei lebenden Hunden.

Wie so oft wird das rasante Wirtschaftswachstum von unkontrolliertem Raubbau an der Natur begleitet. War das Königreich früher ein wichtiger Exporteur von Teakholz, so besitzt es heute kaum noch intakte Wälder. Der Preis für jahrzehntelangen Kahlschlag in den Bergwäldern: erhöhte Flutgefahr. Während der monatelangen Flut im Herbst 2011 entging Bangkok nur knapp einer Katastrophe.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Thailand verstehen»

Religion & Sprache

Religion

Buddhismus prägt die Kultur und das Denken der Menschen in Thailand. Rund 95 Prozent der Bevölkerung fühlen sich ihm zugehörig. Allerdings haben sich hier einige nationale Eigenheiten herausgebildet. Der König wird als Verteidiger der Religion betrachtet, ist aber nicht oberste religiöse Autorität. Er kontrolliert den «Sangha» (Mönchsgemeinschaft) und setzt das geistliche Oberhaupt ein. Die Theravada-Tradition erlaubt Frauen nicht die volle Ordination zur Nonne. Viele Klöster verfügen über weiterführende Schulen oder gar Universitäten, in denen alle weltlichen und religiösen Fächer gelehrt werden. Neben dem Buddhismus ist der Glaube an Geister weitverbreitet. Jedes Haus ziert ein Geisterhäuschen, das Götterfiguren, Tiere, Menschen in Kleinformat und den Schutzgeist des Hauses beherbergt.

Mehr zum Buddhismus erfährst du im SympathieMagazin «Buddhismus verstehen»

Sprache

Ein Grossteil der Menschen spricht Thai. Aber auch Englisch wird verstanden. Ethnische und regionale Dialekte machen nunmehr einen kleinen Sprachanteil Thailands aus.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Thailand verstehen»

Kultur & Ernährung

Kultur

Trotz der Verschmutzung des Flusses Mae Nam Chao Praya halten die Menschen an seiner Verehrung als Lebensspender fest. Die beliebtesten Feste im Königreich – Loy Krathong und Songkran – sind Wasserfestivals. Der Mae Nam Chao Praya spielt im Leben der Thai eine grosse Rolle, denn er ist das wichtigste thailändische Gewässer, die magische Göttin des Nass, die schützende Mutter, die von Sünden befreit und reinigt. Thailänder*innen lieben Feste, und der Kalender bietet viele Gelegenheiten, dieser Leidenschaft zu frönen: buddhistische Feiertage, staatliche Gedenktage, Feiern zur Ehre der Monarchie, nicht zuletzt die dem Rhythmus der Jahreszeiten angepassten Bauernfeste.

Im Vergleich zu den Nachbarländern hat die moderne Technik in Thailand das traditionelle Ambiente stark verändert. Hier gehen Stadt und Land immer mehr ineinander über. Dank moderner Kommunikationsmittel blicken Thailands Bauern heute zunehmend über den Rand ihrer Felder hinaus. Einige studieren sogar Agrarwissenschaft. Viele gehen nach der Ernte zum Arbeiten nach Bangkok.

Der König ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Bewahrer des Buddhismus. Zwar besitzt er kaum politische Befugnisse, doch er ist die wichtigste Integrationsfigur und verkörpert die moralische Autorität des Landes. Fast jeden Haushalt und jedes Geschäft schmückt ein Bild des Königspaars.

Im Vergleich zu einigen Nachbarländern verfügt Thailand über ein gut ausgebautes Bildungssystem. Mehr als 20 Prozent des Staatshaushalts sind diesem Sektor gewidmet. Thailands Analphabet*innenrate liegt bei drei Prozent, also auf europäischem Niveau.

In Bangkok und in Chiang Mai gibt es einige wenige Galerien für moderne und zeitgenössische Kunst. Die National Art Gallery in Bangkok hütet die grösste Kunstsammlung im Land. Sie sammelt seit den 40er Jahren moderne Kunst, zeigt Dauerausstellungen und Sonderschauen. Im Zentrum der Hauptstadt liegt das Bangkok Art and Cultural Center (BACC), das sich zum Mittelpunkt der modernen Kunstszene entwickelt hat. Nicht weit davon steht mein Jim Thompson Art Center, das dem Jim-Thompson-Haus angegliedert ist – einer der wenigen Orte in Bangkok, wo traditionelle Thai-Architektur noch zu sehen ist.

Ernährung

Die Currypaste die Seele jeder thailändischen Mahlzeit. Die Zutaten wie Zitronengras, Chilischoten, Ingwerwurzel und Knoblauchzehen, Korianderkraut und Blätter der Kaffirlimette – um nur die wichtigsten zu nennen – werden je nach Gericht variiert.Vor- sicht vor scharfen Chilisossen. Bei der Bestellung im Restaurant immer «ess spicy» oder «no Chili» bestellen. Gegen chiliverbrannte Zungen hilft am Besten Joghurt oder Quark.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Thailand verstehen»

Do’s & Dont’s

Do’s

  1. Thai und ausländische Besucher*innen bleiben stehen, wenn um sechs Uhr abends an öffentlichen Orten die Nationalhymne aus Lautsprechern erklingt.
  2. Männer wie Frauen sprechen sich stets mit dem Vornamen an.
  3. Vor dem Betreten eines Tempels, aber auch einer Privatwohnung zieht man seine Schuhe aus.

Dont’s

  1. Lautes Sprechen oder Schim-pfen verletzt das Harmoniebedürfnis der Thailänder*innen. Versuchen Sie, trotz Ärger oder Schmerz stets zu lächeln.
  2. Mönche geniessen absoluten Respekt. Frauen dürfen sie nicht berühren.
  3. Vorsicht mit Geldscheinen. Sie tragen das Bild des Königs und dürfen nicht mit unreinen Dingen in Berührung kommen.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Thailand verstehen»

Angebote & Anbieter

Voilà – Angebote unseres Partners FairWeg, der Unterkünfte nach zwölf Nachhaltigkeitskriterien auswählt. Darunter einige grosse Häuser, denn sie können sich eine Zertifizierung leisten. Darum suchen wir kleine, leidenschaftlich nachhaltige Anbieter*innen – bitte melden.

Berichte zu Thailand

Mobilität

An- und Abreise

Fliegen belastet das Klima stärker als jede andere Art des Reisens. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen Schadstoffe, unter anderem Kohlendioxid (CO2). Dieses trägt massgeblich zur globalen Erwärmung bei.

Flug Zürich - Bangkok: CO2-Ausstoss in kg
Emissionen pro Passagier auf einem Hin- und Rückflug
7422 kg CO2
Betrieb eines Kühlschranks für ein Jahr, durchschnittlicher Strommix
100 kg CO2
Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km)
2000 kg CO2
Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen
2300 kg CO2

Fortbewegung im Inland

Mit dem Zug kann man Thailand auf bequeme und entspannte Art kennenlernen, neue Bekanntschaften inklusive.

Mobilität ist in Bangkok kein Problem. Die Innenstadt kann ich mit der Hochbahn BTS erkunden, die alle paar Minuten pünktlich auf zwei Linien verkehrt. Die Metro genannte, teils unterirdische Schnellbahn bedient die äusseren Stadtbezirke im Osten. Wenn es ganz schnell gehen muss, kann man an praktisch jeder Straßenkreuzung ein Taxi besteigen. Omnibusse gibt es in einfacher und in klimatisierter Version. Ein gigantisches Netz von Stadtautobahnen auf Stelzen verbindet die City mit den Vororten. Flusstaxis befahren wie eh und je den Chao-Praya-Fluss und erschließen die historischen Stadtbezirke.

Klimakompensation

Auf dem Treibhausgasrechner des fairunterwegs-Mitglieds myclimate kannst du die klimaschädlichen Emissionen deiner nächsten Reise berechnen und gleich in ein Klimaschutzprojekt investieren. Welche Projekte du mit deinem Beitrag unterstützt, erfährst du auf der myclimate-Webseite. Hintergrundinformationen zu Klimakompensation findest du im fairunterwegs-ABC.

Einstimmen

Beschreibung und Quellennachweis

Human Development Index

Der IHDI kombiniert die durchschnittlichen Errungenschaften eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen mit der Verteilung dieser Errungenschaften auf die Bevölkerung des Landes, indem der Durchschnittswert jeder Dimension entsprechend dem Grad der Ungleichheit "abgezinst" wird. Somit ist der IHDI ein verteilungsabhängiges Durchschnittsniveau der menschlichen Entwicklung.


Zwei Länder mit unterschiedlichen Verteilungen der Errungenschaften können den gleichen durchschnittlichen HDI-Wert haben. Unter perfekter Gleichheit ist der IHDI gleich dem HDI, fällt aber unter den HDI, wenn die Ungleichheit zunimmt.

Human Development Report

Internationaler Korruptionsindex

Der Internationaler Korruptionsindex, kurz CPI, bewertet und stuft Länder danach ein, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes von ExpertInnen und Geschäftsleuten wahrgenommen wird. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, eine Kombination aus 13 Umfragen und Einschätzungen zur Korruption, die von einer Vielzahl renommierter Institutionen erhoben wurden. Der CPI ist der weltweit am häufigsten verwendete Indikator für Korruption.

Die Punktzahl eines Landes gibt den wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0-100 an, wobei 0 bedeutet, dass ein Land als hochgradig korrupt wahrgenommen wird, und 100, dass ein Land als nicht korrupt wahrgenommen wird. 

Transparency International

Ranking of Happiness

Der World Happiness Report (etwa „Welt-Glücks-Bericht“) ist ein jährlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Darin beschreiben ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaften wie Wirtschaft, Psychologie, Umfrageanalyse und Statistik, wie das Messen des Wohlbefindens effektiv genutzt werden kann, um den Fortschritt von Nationen zu erfassen.

World Happiness Report