Mit Josaja Voreque Bainimarama, genannt Frank von Fidschi, sitzt erstmals der Präsident eines kleinen Inselstaates der Konferenz der Unterzeichnerstaaten des Klimaabkommens vor (COP23) vor. Er ist überzeugt: "Handelt die Welt nicht mit Entschiedenheit, um die grösste Herausforderung unserer Zeit anzugehen, so wird der Pazifik, wie wir ihn kennen, untergehen." Fidschi, das Inselatoll, das sich im Südlichen Pazifik ausbreitet, ist trotz Tourismus heute noch immer eines der Länder mit dem kleinsten CO2-Ausstoss. Und eines, das am deutlichsten von den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist.  
Fidschis KlimastrategInnen erwarten, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts auf die doppelte Höhe ansteigt. Seit 1993 steigt der Meeresspiegel jährlich um 6 Millimeter – mehr als im globalen Durchschnitt. Dieser rasche Anstieg führt dazu, dass immer wilderen Fluten die Küsten mit Salzwasser überfluten und unbewohnbar machen. Sturmschäden verursachen dem Land hohe Kosten. So hinterliess der Sturm Winston letztes Jahr Schäden im Wert von 1.4 Milliarden US-Dollar oder rund einem Drittels des Bruttoinlandprodukts.
Noch schlimmer sieht die Situation für die BewohnerInnen der Pazifikinseln Kiribati und Tuvalu aus: Viele Menschen haben ihre Inseln verlassen müssen und sind nach Fidschi gezogen, wo ihnen Frank von Fidschi das unbegrenzte Aufenthaltsrecht zugesichert hat.

Tabuthemen Verantwortung, Kompensation, Klimaflüchtlinge

Fidschi ist der erste Staat, der das Pariser Klimaabkommen von ratifiziert hat. Darin wird dem Thema der Schäden und Verluste ein eigenes Kapitel gewidmet. Doch getan hat sich trotzdem wenig. Insbesondere wenn es um das Thema der Verantwortung für die Schäden geht, reden die Industrieländer gerne um den heissen Brei.
Die Klimakonferenz wird nicht auf Fidschi abgehalten, sondern in Bonn. Die Tabuthemen stehen auf der Traktandenliste: Wie soll mit Klimaflüchtlingen und Klimamigranten umgegangen werden? Wie können die Länder, die unter dem Klimawandel besonders leiden, von den Ländern unterstützt – und möglicherweise auch für die Schäden kompensiert – werden, die mit ihrem CO2-Ausstoss das Klima anheizen? Viele Länder können sich die nötigen Investitionen, die zum Schutz vor Klimaextremen nötig sind, nicht leisten. Daher braucht es einen Finanzierungsplan zu deren Unterstützung.
Einer Studie der Universität Hamburg zufolge ist die Anzahl der Klimaflüchtlinge grösser als bisher angenommen. Die ForscherInnen gehen von 20 Millionen Menschen aus, die als Folge von Umweltkatastrophen ihre Heimat verlassen hätten. Das sind doppelt so viele, wie vor Krieg und Gewalt geflohen sind. Das Genfer Internal Displacement Monitoring Center rechnet sogar, dass viermal mehr Menschen durch Naturkatastrophen vertrieben wurden als durch Krieg und Gewalt. Das Problem dieser Berechnungen: Oft führen Klimaextreme wie Fluten oder Dürren zur Unwirtlichkeit eines Gebietes. Die natürlichen Ressourcen und das Nahrungsangebot sinken, das führt zu gewaltsamen Verteilungskämpfen und schliesslich zur Flucht der Menschen. Sind das nun Gewalt- oder Klimaflüchtlinge?

Business-as-usual gefährdet ein Fünftel der Menschheit

WissenschaftlerInnen der Cornell und der Kentucky Universitäten warnen, dass ohne Begrenzung der Klimaerwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Fünftel der Menschheit zu Klimaflüchtlingen werden könnten. Ein Hauptfaktor ist dabei der ansteigende Meeresspiegel. Er könnte in Süd- und Ostasien und im Pazifik ganze Bevölkerungen zu Klimaflüchtlingen machen.
Die Allianz der kleinen Inselstaaten verhandelt an der COP23 um ihr Überleben. Die Vorschläge der Hauptverursacher, also Ländern wie der Schweiz, sind da noch nicht wirklich hilfreich. Es ist zu hoffen, dass die Industrieländer über ihren Schatten springen, um eine leidvolle globale Völkerwanderung von Klimaflüchtingen rechtzeitig zu verhindern.  

Tabuthemen Verantwortung, Kompensation, Klimaflüchtlinge

Fidschi ist der erste Staat, der das Pariser Klimaabkommen von ratifiziert hat. Darin wird dem Thema der Schäden und Verluste ein eigenes Kapitel gewidmet. Doch getan hat sich trotzdem wenig. Insbesondere wenn es um das Thema der Verantwortung für die Schäden geht, reden die Industrieländer gerne um den heissen Brei.
Die Klimakonferenz wird nicht auf Fidschi abgehalten, sondern in Bonn. Die Tabuthemen stehen auf der Traktandenliste: Wie soll mit Klimaflüchtlingen und Klimamigranten umgegangen werden? Wie können die Länder, die unter dem Klimawandel besonders leiden, von den Ländern unterstützt – und möglicherweise auch für die Schäden kompensiert – werden, die mit ihrem CO2-Ausstoss das Klima anheizen? Viele Länder können sich die nötigen Investitionen, die zum Schutz vor Klimaextremen nötig sind, nicht leisten. Daher braucht es einen Finanzierungsplan zu deren Unterstützung.
Einer Studie der Universität Hamburg zufolge ist die Anzahl der Klimaflüchtlinge grösser als bisher angenommen. Die ForscherInnen gehen von 20 Millionen Menschen aus, die als Folge von Umweltkatastrophen ihre Heimat verlassen hätten. Das sind doppelt so viele, wie vor Krieg und Gewalt geflohen sind. Das Genfer Internal Displacement Monitoring Center rechnet sogar, dass viermal mehr Menschen durch Naturkatastrophen vertrieben wurden als durch Krieg und Gewalt. Das Problem dieser Berechnungen: Oft führen Klimaextreme wie Fluten oder Dürren zur Unwirtlichkeit eines Gebietes. Die natürlichen Ressourcen und das Nahrungsangebot sinken, das führt zu gewaltsamen Verteilungskämpfen und schliesslich zur Flucht der Menschen. Sind das nun Gewalt- oder Klimaflüchtlinge?

Business-as-usual gefährdet ein Fünftel der Menschheit

WissenschaftlerInnen der Cornell und der Kentucky Universitäten warnen, dass ohne Begrenzung der Klimaerwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Fünftel der Menschheit zu Klimaflüchtlingen werden könnten. Ein Hauptfaktor ist dabei der ansteigende Meeresspiegel. Er könnte in Süd- und Ostasien und im Pazifik ganze Bevölkerungen zu Klimaflüchtlingen machen.
Die Allianz der kleinen Inselstaaten verhandelt an der COP23 um ihr Überleben. Die Vorschläge der Hauptverursacher, also Ländern wie der Schweiz, sind da noch nicht wirklich hilfreich. Es ist zu hoffen, dass die Industrieländer über ihren Schatten springen, um eine leidvolle globale Völkerwanderung von Klimaflüchtingen rechtzeitig zu verhindern.