
Welche Art von Tourismus unterstützten wir und warum ist das so wichtig?
Doch welchen Impact haben unsere Reisen?
Unsere Analyse der Daten des Bundesamts für Statistik zeigt, wie ausgeprägt unser Reiseverhalten ist:
Im Jahr 2024 machten 89 % der Schweizer Wohnbevölkerung ab sechs Jahren mindestens eine Reise. Das heisst, in der Schweiz verreisen 9 von 10 Menschen mindestens einmal im Jahr. Der Durchschnitt sagt sogar, dass jede Person, die reist, fast 3 Reisen mit Übernachtung pro Jahr unternimmt. Dazu kamen durchschnittlich 8,8 Tagesreisen pro Person.
Reisen ist damit für einen sehr grossen Teil der Schweizer Bevölkerung kein Ausnahmeereignis. Es ist Teil unseres Alltags. Und genau deshalb lohnt sich die Frage, was unser Reiseverhalten eigentlich bewirkt.
Wohin reist die Schweizer Wohnbevölkerung am liebsten?
Viele der Orte, die wir besuchen, liegen direkt vor unserer Haustür und einige davon gehören zu den beliebtesten Reisezielen Europas:
Von den Reisen mit Übernachtung im Jahr 2024 führten 35 % zu einem Ziel innerhalb der Schweiz. 65 % unserer Reisen führten ins Ausland. Das bedeutet, von den durchschnittlich fast 3 Reisen mit Übernachtung pro Person entfielen 2 Reisen auf das Ausland und 1 Reise auf die Schweiz.

Wir reisen gerne an nahe gelegene Orte. 58 % aller Reisen mit Übernachtung führten zu Zielen ausserhalb der Schweiz, aber innerhalb Europas. Nur 7 % unserer Reisen führen zu Zielen ausserhalb Europas.
Diese Prozentzahlen klingen zunächst klein. Wenn man sich diese jedoch konkret anschaut, bedeutet das:
– Rund 1,7 Millionen Reisen in die «übrige Welt»
– Rund 13,8 Millionen Reisen nach Europa
– Rund 8,3 Millionen Reisen innerhalb der Schweiz
Eine einzelne Reise verändert keinen Ort, aber Millionen von Reiseentscheidungen können es.
Was bedeutet das finanziell?
Reisen bedeutet nicht nur Bewegung, es bedeutet auch Konsum.
Im Jahr 2024 gab die Schweizer Wohnbevölkerung 18,9 Milliarden Franken für Reisen ins Ausland aus. Das waren 7,8 % mehr als im Vorjahr, Tendenz jedes Jahr steigend. Davon entfielen 13,2 Milliarden Franken auf Reisen mit Übernachtung, die weiteren 5,7 Milliarden Franken wurden während Tagesreisen ins Ausland ausgegeben.
Dahinter stehen ganz konkrete Ausgaben:
– Verkehrsmittel wie Flug, Zug, Bus oder Auto
– Mietwagen und andere Mobilität vor Ort
– Hotel, Ferienwohnung oder andere Unterkunft
– Restaurants, Cafés und Lebensmittel
– Museen, Ausflüge und Aktivitäten
– Einkäufe und weitere Ausgaben
Unser Reisegeld landet also nicht einfach irgendwo. Es fliesst in konkrete Unternehmen, Dienstleistungen und lokale Wirtschaftskreisläufe. Mit jeder Buchung entscheiden wir deshalb auch ein Stück weit darüber, welche Angebote Nachfrage erhalten. Denn nicht jede Reise hat denselben Effekt:
Stellen wir uns zwei Reisen vor. Beide führen an denselben Ort. Beide dauern vier Tage. Beide kosten ungefähr gleich viel.
Doch bei der einen Reise wird über eine internationale Plattform gebucht, in einer grossen Hotelkette übernachtet, mit dem Mietwagen von Sehenswürdigkeit zu Termin gefahren und vor allem an den bekannten Hotspots konsumiert.
Bei der anderen Reise wird eine lokale Unterkunft gewählt, ein familiengeführtes Restaurant besucht, der öffentliche Verkehr genutzt und auch ausserhalb der bekanntesten Orte Zeit verbracht.
Natürlich lässt sich daraus nicht automatisch sagen, dass die eine Reise „gut“ und die andere „schlecht“ ist. Aber die Art und Weise, wie wir reisen, beeinflusst, wo unser Geld ankommt und wie sich die Nachfrage verteilt.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur: Was möchte ich erleben? Sondern: Welche Art von Tourismus unterstütze ich mit meiner Reise?
Das bedeutet nicht, dass jede Reise zu einer moralischen Abwägung werden und man nur noch „perfekt nachhaltig“ reisen muss.
Es geht vielmehr darum, die eigene Rolle als Reisende:r wahrzunehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen:
1. Informiere dich über dein Reiseziel
2. Überlege, wann und wohin du wirklich reisen möchtest
3. Entscheide bewusst, wo du buchst, übernachtest und konsumierst?
4. Nimm dir Zeit für den Ort
Begib sich deshalb mit uns auf die Mission «Weniger Hype. Mehr Ort.»